Unterwuchs als wichtige Habitatqualität für xylobionte Käfer im Buchenwald
Dr. Doris Hölling

Das vorliegende Buch geht der Frage nach, welchen Einfluss Unterwuchs auf die Käferartenzusammensetzung im Laubwald ausübt. Im Gegensatz zu Untersuchungen, die sich ausschließlich auf Nadelwälder oder auf Schutzgebiete beschränken, wird hier den Fragestellungen in typischen Buchenwirtschaftswäldern nachgegangen.

Die Antworten sind besonders von Bedeutung, da sich die Artensicherung zukünftig größtenteils auf diese Waldflächen konzentrieren wird, da sie flächenmäßig die größeren Anteile besitzen.

Die Untersuchung versucht folgende Fragen zu beantworten:

  • In welcher Form beeinflusst Unterwuchs die Zusammensetzung der Käferzönose, insbesondere die der totholzbesiedelnden Arten?
  • Haben Blütenpflanzen im Unterwuchs und die damit verbundene höhere Strukturvielfalt einen nachweisbaren Einfluss auf die Käferartenzusammensetzung?
  • Wie beeinflusst der Unterwuchs das Verhältnis zwischen xylophagen (holzfressenden) und zoophagen (räuberischen) Käferarten bzw. Individuen in den unterschiedlich strukturierten Untersuchungsflächen?
  • Wie wirken sich Dimension und Position (liegend, stehend) der Totholzobjekte im Zusammenhang mit den bodennahen Habitatstrukturen auf die xylobionten Käfer aus?
  • Welcher Einfluss kommt Unterwuchs bei der Besiedlung durch forstlich relevante Nutzholz­zerstörer zu?
  • Wie könnten Totholz-Management-Maßnahmen aussehen, die sowohl den Interessen des Naturschutzes, als auch denen des Forstschutzes gerecht werden?


Auf Grund ihrer forstlichen Relevanz liegt dabei besonderes Augenmerk auf den xylobionten Käferarten.
Die Ergebnisse verdeutlichen u.a.:
  • welchen Einfluss neben dem Vorhandensein auch die Qualität des Unterwuchses auf die Käferbesiedlung ausübt,
  • dass eine Korrelation zwischen Mikroklima im Wald und dem Käferaufkommen besteht,
  • dass sich Totholz auf vielfältige Weise zusammensetzen sollte, wobei Qualität wichtiger ist als Quantität. Neben dem kontinuierlichen Vorhandensein spielen Dimension, Lage und Zustand der Tothölzer eine entscheidende Rolle für die Käferbesiedlung,
  • dass “unaufgeräumter“ Wald mit Unterwuchs die Käferartenvielfalt steigert und das Risiko von Massenvermehrungen einiger forstlich relevanter Käferarten vermindert.
Dies gilt für den Naturwald ebenso wie für den Wirtschaftswald, der ebenfalls einen entscheidenden Beitrag zur regionalen Biodiversität und somit zum Natur- und Artenschutz leisten kann - wenn man ihn läßt, zumal sein Flächenanteil im Allgemeinen sogar größer ist. Eine Steigerung der Biotopqualität wird hier durch Unterlassung erreicht - das Belassen von Totholz im Laubwald beweist ökologischen Weitblick und zeugt nicht von Unordnung.
Im Anschluss an die Ergebnisdiskussion zeigt die Autorin Wege und Möglichkeiten für die forstliche Praxis und ein zukünftiges Totholzmanagement im Wirtschaftswald auf, um die Käferartenvielfalt im Wald zu erhalten bzw. zu steigern, ohne negative Folgen für die Forstwirtschaft (unabhängig von der Flächengröße) in Kauf nehmen zu müssen. Dabei werden Fragen nach Art, Dimension, Zustand, Menge und Lage des Totholzes ebenso angesprochen wie Hinweise zum Naturverjüngungsaufkommen, Erosions- und natürlichem Verbissschutz bis hin zu öffentlicher Aufklärungsarbeit gegeben.

Hinweis: Das Buch ist erhältlich über das Kontaktformular. Dort finden Sie weitere Infos zu Bestellmöglichkeiten.
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